"Portemeiers Kreuz" erinnert an tief verwurzelte Frömmigkeit

Neues Baugebiet bekommt Namen

22.05.2020


„Portemeiers Kreuz“: So wird auf Vorschlag unseres Ortsheimatpflegers Carsten Tegethoff das neue Baugebiet kurz vor der Mühlenschule heißen. Wir werden es im kommenden Jahr mit rund 40 Bauplätzen an den Start bringen. Es liegt gegenüber dem Hof Rodehutscors, der in alter Zeit „Portemeier“ oder in plattdeutsch „Pauerte“ genannt wurde und zu den ersten Siedlerhöfen am Krollbach zählt .


Am Tag nach Christi Himmelfahrt fand eine „Erntebittprozession“ zum Hofkreuz statt, das hier seit mehr als 300 Jahren seinen Platz findet. Vier Frauen der Jungfrauenkongregation trugen beim Gang von der Kirche über das Jägerkreuz bis hierhin auf einem Tragegestell eine Muttergottesstatue. Junge Mädchen trugen einen Stock, an deren oberen Ende Kunstblumen befestigt waren. Noch am gleichen Tag fuhr jemand alle Nachbarn mit dem Leiterwagen ab. Jeder von ihnen warf etwas Stroh vom Balken auf diesen Wagen, der dann zum Pastor für seine kleine Landwirtschaft gebracht wurde. Sie befand sich in der heutigen Kulturscheune am Schloss. Die Prozession wurde 1973 aufgrund des zunehmenden Straßenverkehrs eingestellt. Der Brauch der Strohsammlung endete schon viele Jahre zuvor und ist ein Hinweis auf die tief verwurzelte Frömmigkeit unserer Vorfahren, die meist als kleine Bauern in großer Armut und Sorge hier in der Senne lebten. Wir können heute dankbar sein, dass wir zu einer wirtschaftlich gesunden Gemeinde gewachsen sind. Vielleicht denken wir beim Vorbeifahren an „Portemeiers Kreuz“ demnächst einmal daran.