Gemeinde Hövelhof nimmt Abschied von Heinz Stücke
Die Sennegemeinde Hövelhof trauert um Heinz Stücke. Der weltweit bekannte Langstrecken-Radreisende ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Mit seiner mehr als fünf Jahrzehnte dauernden Weltreise auf dem Fahrrad schrieb er Geschichte und wurde zu einer der prägenden Persönlichkeiten des Radreisens.
Im Jahr 1962 brach Heinz Stücke von Hövelhof aus zu einer Reise auf, die ursprünglich nur für zwei Jahre geplant war. Sein Ziel war es, rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 1964 nach Tokio zu gelangen. Daraus entwickelte sich eine mehr als 51 Jahre dauernde Weltreise. Auf seinem Fahrrad legte er rund 648.000 Kilometer zurück und bereiste alle 196 Länder der Erde. Mit seiner außergewöhnlichen Lebensgeschichte wurde er weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt er durch den Dokumentarfilm „The Man Who Wanted to See It All“, der über Netflix ein internationales Publikum erreichte. Seine Reisen führten Heinz Stücke an die entlegensten Orte der Welt. Er begegnete Menschen unterschiedlichster Kulturen und Lebensweisen und sammelte Erfahrungen, die nur wenige machen durften. Mit Zehntausenden Fotografien dokumentierte er seine Weltreise. Als humorvoller und lebendiger Erzähler verstand er es, seine Erlebnisse anschaulich weiterzugeben. Beeindruckend war dabei sein außergewöhnliches Erinnerungsvermögen: Auch Jahrzehnte später konnte er sich an Begegnungen, Orte und Begebenheiten bis ins Detail erinnern. Seine Berichte weckten bei vielen Menschen die Begeisterung für das Reisen und den kulturellen Austausch. Nach dem Ende seiner Weltreise kehrte Heinz Stücke 2014 in seine Heimatgemeinde Hövelhof zurück. Hier begann er, seine außergewöhnliche Lebensgeschichte aufzuarbeiten. Seither blieb er ein gefragter Gesprächspartner, der seine eindrucksvollen Erfahrungen gerne mit anderen teilte. Bürgermeister Michael Berens würdigt ihn als einen Menschen mit außergewöhnlichem Mut, großer Ausdauer und unerschütterlicher Neugier: „Heinz Stücke hat gezeigt, dass Offenheit gegenüber anderen Menschen und Kulturen Brücken bauen kann. Seine Lebensgeschichte ist einzigartig und wird viele Menschen auch künftig inspirieren. Er wird uns als beeindruckende Persönlichkeit in Erinnerung bleiben. Unser besonderer Dank gilt allen, die ihn bis zuletzt mit viel Fürsorge und Herzlichkeit begleitet und sich liebevoll um ihn gekümmert haben.“